Sonntag, 30. November 2008

Vom Advent


Leute, heute wöllte ich nicht allein sein. Es ist Advent und jeder von uns sollte sein Haus gebaut haben. Ein Haus in dem er eben schön gemütlich rückbesinnen kann, eine Kerze anzünden darf oder wenn nötig zum ersten Mal von etwa 20 "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" schauen kann. Das Haus könnte eine Einraumwohnung sein, ein Hotelzimmer meinetwegen oder ein geräumiges Schloss. Hauptsache ein Ort, wo man mit sich im Reinen ist. Es ist Advent und ich habe mich wirklich darauf gefreut. Habe das Haus geschmückt, die erste Weihnachtsmusik an mein Ohr gelassen und heute sogar schon meinen Baum in der Baumschule ausgesucht. Mir dreht sich jetzt noch der Kopf, wenn ich an die hunderte von Tannen und Fichten denke. Am Schluss wusste ich überhaupt nichts mehr und habe dann das Bäumchen ausgesucht, an dem ich schon zwei Mal den Zettel dran und wieder ab gemacht habe. Frauen eben - wenn mehr als 3 Gerichte auf der Speisekarte stehen, sind sie überfordert. Das mit dem Kopf-Drehen könnte allerdings auch noch von gestern Abend her rühren, anderthalb Flaschen Rosé und zwei doppelte Ramazotti waren doch nicht ohne... Ach, es ist Advent. Heute Nachmittag soll das erste Lichtlein brennen. Meine Mama kommt zu Besuch und wir werden vorher noch einen kleinen Abstecher ans Grab machen und auch ein Keruchen anzünden. Ist schließlich Advent....Davon soll Ooge auch was haben. In dem Sinne - genießt und lasst die frohen Tage in euer Herz Für alle die heute allein sind:

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben....
(schon überholt, weil Herbstgedicht... aber schön)
Rilke

Donnerstag, 27. November 2008

Wünsche erfüllen

Ein guter Freund bat mich heute, doch endlich mal wieder etwas auf der Seite zu hinterlassen. Mache ich doch glatt. Auch, wenn es von den letzten Wochen nichts Gutes zu berichten gab. Mein Papa ist genau vor 14 Tagen gestorben - einfach so, frühmorgens, an einem Donnerstag, gegen 6.15 Uhr im Arm meiner Mutter. Er hatte den Kampf gegen die schwere Krankheit seit Mai gekämpft und nun doch verloren. Meine Trauer ist mit Worten noch nicht zu beschreiben. Vielleicht geht das später einmal....
Ooge ruht also in unserer Familiengruft, zugedeckt in den letzten Tagen von Schnee und mit Kerzen beschienen. Mein armer, lieber Papa - die Vorstellung davon macht einen rasend, wenn man es zulässt. Dass er nicht mehr da sein soll...
Manchmal überkommt es mich zwischendurch - am PC auf Arbeit, beim Suchen von Fotos daheim, beim Gedanken, wie wir Weihnachten gestalten. Beim Meckern mit Paule Purzig. Er hat uns zum Schluss allen noch gute Ratschläge auf den Weg gegeben. War nicht minder schrecklich für uns alle. Gottseidank hatte das Morphium ihm die letzten 3 Tage das Hirn dermaßen umnebelt, dass er von seinem schrecklichen Zustand selber wahrscheinlich das wenigste mitbekam. Wir durften ihn noch eine Woche zu Hause bei uns haben, nachdem uns die Ärzte und ihm auch die schrechliche Nachricht offenbart hatten im Krankenhaus. Wie kann man mit solch einer Diagnose leben? Ich weiß es auch nicht, aber es ging irgendwie. Die Tage und Nächte vergingen wie in einem schlechten Film. Nun ist Ruhe eingekehrt und der Alltag hat uns wieder. Ich bin erleichtert darüber. Und möchte unbedingt leben! Ganz toll und seltsam, verrückt und fest, schwach und innig... in allen bunten Farben des Regenbogens. Schön, dass es noch Dinge gibt, auf die ich mich freue, wie ein kleines Kind. Danke, mein Freund...

Charlotte de Cognac


Der Tod ist groß
Wir sind die Seinen,
Lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen
Wagt er zu weinen
Mitten in uns.


Rainer Maria Rilke

Montag, 22. September 2008

Zurück


Hallo, liebe Mitleser! Wir sind zurück von großer Fahrt nach Alzey. 4 Tage Weingenuss sind nicht spurlos an uns vorbei gegangen, aber dennoch geht es uns gut. Man konnte mal so wunderherrlich abschalten und das war bestens so. Die Wessis sind gar nicht so schrecklich, wie manchmal angenommen. Im Gegenteil: Uns schwappte wirklich Herzlichkeit und Freude entgegen und ich denke, wir haben sogar wieder neue Freunde gewonnen. In dem Sinne begebe ich mich nun - angereichert mit unzähligen neuen Eindrücken - ins Heiha-Bettl und träume von Rieslingen, Weißherbsten und Scheureben... Prost, Eure Charlotte de Cognag

Donnerstag, 18. September 2008

Einbruch...


Ich hab Angst. Mein Papa ist wieder seit einigen Tagen nach DD ins Krankenhaus eingezogen. Zwangsweise, weil die Blutwerte in den Keller gegangen sind. Und sie wollten es nicht verantworten, ihn daheim zu lassen. Nun ist er und der Rest der Familie am Boden zerstört und vor allem sanken die Werte in den letzten Tagen weiter rapide. Dieses Gefühl der Ohnmacht ist das schlimmste. Sie meinten, er verträgt keine weitere Chemo, das könnte aufs Herz gehen. Nun bekommt er so ein komisches neues Medikament aus Amerika, das noch gar nicht richtig erforscht ist. Aber anscheinend ist das fast das Letzte, was sie momentan machen können. Es klingt wie ein Hohn. Vor ein paar Wochen noch dieser Optimismus und nun...
Doch wir müssen stark bleiben und optimistisch, auch wenn mir schon den ganzen Tag zum Heulen war. Allein die Vorstellung, dass er nicht mehr da sein könnte... Die Stärkste ist wieder mal meine Mutsch. Ich hab mich richtig geschämt, dass sie mich heute auch noch trösten musste. Dabei stehen mir 4 erholsame Tatge Alzey und Weinfest bevor. Ich habe allerdings keine Lust mehr darauf... Irgendwie sind die Gedanken woanders. Und so hoffe ich nun, dass hier alles glatt geht, das Kind folgt, der Hund lieb ist bei Oma und mein lieber Ooge nicht verzweifelt. Lieber Gott - gib uns allen Kraft! Charlotte de Cognac

Montag, 8. September 2008

Tuttelig


Nee, hab ich doch gestern glatt vergessen, den neuesten Post zu veröffentlichen. Nun habt ihr sicherlich gedacht, ich habe mein Versprechen nicht gehalten, dabei war ich einfach nur tuttelig und hab das Ding als Entwurf gespeichert. So kommt ihr heute in den Genuss, gleich zwei Texte zu lesen. Ist doch auch nicht schlecht für den Neubeginn.
Der Montag heute war wie ein Montag eben so ist - anstrengend und mit ziemlich großen Anlaufschwierigkeiten. Kennt ihr ja sicherlich auch. Früh kaum aus dem Bett gedreht, da beginnen die Missgeschicke und komischen Dinge. Ich hasse Montage! und die Leute um mich herum glaube ich ebenfalls...
Egal, nun ist er ja vorbei und wir sind dem Wochenende ein Stück näher gekommen.
Haken dran - mache ich übrigens gern. Darüber amüsieren sich immer enge Freunde, wenn sie sehen, wie ich meinen Kalender daheim masakriere. Immer schön abstreichen, wenn der Tag vorbei ist. Kontrolle über mein Leben nenn ich das. Manchmal gibt's ein kleines Aufatmen dazu, manchmal ein bedauerndes: Schade, war eigentlich schön heute...
In dem Chaos, das uns ständig umgibt, brauche ich wahrscheinlich solche festen Komponenten. Hat aber nix mit Kontrollzwang zu tun. Hoffe ich jedenfalls!

Ein Gutes hat der Tag aber noch hervor gebracht: ich war mal wieder ne Runde laufen. Die Knochen haben geknarrt und sich gegen meinen plötzlichen Anfall von Sportsgeist gewehrt - aber umsonst. Ich war stärker! Viel wird's nicht genutzt haben, denn der Gutste wartete mit einem schönen Abendbrot, als ich wieder daheim war. Man will ja auch niemanden enttäuschen! So viel zu meinem Durchsetzungsvermögen. Egal - war lecker!

So, in dem Sinne! Haut euch in die Kissen, vors Fernsehen - das bildet - oder in die Badewanne und saut euer nächstes Buch mit Schauma-Shampoo ein.

Charlotte de Cognac

Sonntag, 7. September 2008

Abmahnungen


Nach euren Abmahnungen, muss ich heute eben einfach mal wieder in die Tasten hauen. Was bleibt mir anderes übrig. Aber ihr wisst vielleicht: Mit dem Schreiben ist es so wie mit dem Sex. Man sollte sich nur damit befassen, wenn man auch richtig Lust darauf hat. Da ich ja nun schon täglich in der Redaktion an die 8 Stunden Schreiberling bin, sind am Abend meine Fingerchen oft so ermüdet, dass ich bei den Buchstaben nur noch daneben greife.
Doch heute ist Sonntag und nachdem ich gerade die Klitzekleinkunst-Seite auf Vorderfrau gebracht habe, habe ich noch ein paar Wörter übrig.

Meine Güte, wa sist seit Mai alles passiert? Meine Papa ist aus dem Krankenhaus zurück und das schon seit Wochen. Die Chemos waren vorerst zufriedenstellend. Auch wenn sich die Werte seit einiger Zeit wieder minimal nach unten bewegen. Der Arzt meint, man solle doch viel Geduld mitbringen. Tun kann er eh nichts - da hilft auch kein besonderes Essen und Alkoholentzug. Man glaubt es kaum, aber mein Vater ist dem Teufel ewntronnen - ein einziges Glas Martini hat er sich zum Forstfest gegönnt. Und angeblich fehlt ihm nichts. Na ja - da besteht ja bei uns allen noch Hoffnung...
Alles in allem hatten wir alle glaube ich Glück, dass er die Behandlungen so tapfer weg gesteckt hat. Ooge ist nun mal ein Kämpfer und ich glaube, er ist nur heilfroh, wieder daheim auf dem eigenen Sofa rumzuliegen und dem Krankenhaus-Mief entflohen zu sein.Doch wir müssen weiter Geduld haben, derzeit wartet die ganze Familie, dass die 2 letzten ambulanten Chemos bald beginnen, dass mal Ruhe einkehrt. Dazu muss er aber nur noch jeweils ne Woche täglich mit dem Taxi nach DD und wird gespritzt. Drücken wir die Daumen, dass es weiter so gut geht. Danke, lieber Gott...

Und letzteres Stoßgebet ist beiweitem nicht aus der Luft gegriffen. Da ich ja auch mehr oder minder zu den Christen gehöre, die nie in die Kirche gehen, zwar irgendwann einmal getauft worden sind, aber es nie ausgebaut haben, so glaube ich doch auf meine Weise. Und das vielleicht nicht minder als bekennende Kirchbänkesitzer am Sonntag. Gestern beim Friedensgebet in St. Marien gegen den braunen Mob in unserer Stadt kam mir so der Gedanke: Es wäre doch schön, wenn man an das alles hier aus vollstem Herzen glauben könnte und nicht nur ab und an! Es wäre schön, so einen Ruhepol zu haben. Deswegen habe ich mich auch wohl gefühlt dort. Und Herr Merkwürden Naumann hat sich auch gefreut, dass so viele gekommen waren. Jedem das seine! Amen!

Doch zurück zu den Erinnerungen seit Mai: Außerdem war kaum Zeit zu schreiben, da wir auch einfach mal Urlaub gemacht haben - auf Hiddensee, in schönster Idylle und trauter Zwietracht. Mein Liebster und ich. Nee, im Ernst - es tat uns beiden gut, mal nur für uns zu sein. Ich war stolz auf uns, dass es so gut geklappt hat. Denn auch wenn wir ja ständig aufeinander hängen und 1000 gemeinsame Hobbys haben, so muss es nicht bedeuten, dass man auf engstem Raum und im Urlaub das gleiche Glücksgefühl empfindet, wie auf einer Feier, in der Klitzekleinkunst oder sonst wo. Da sind dann ja auch immer Leute dabei, zu denen man flüchten kann, wenn es mal mit der eigenen Kommunikation nicht klappt. Aber es klappte.Ich hätte ihn glatt nach dem Urlaub dafür heiraten können - mache ich aber auch weiterhin nicht. Also, nicht zu früh freuen. Unsere Zeit ist noch nicht gekommen!

Und dann das Forstfest - nun ja - die Leber hat in beide Hände geklatscht und am ersten alkoholfreien Tag danach war mir regelrecht übel - da hatten Bauchspeicheldrüse und Leber plötzlich keine Arbeit mehr und haben sich anscheinend gewehrt. Aber Charlotte de Cognac wäre nicht diesselbe, wenn wir die Sache nicht in den Griff bekommen hätten. Eine Woche Entzug und schon schmeckte am darauffolgenden WE das Sektchen wieder.

In diesem Sinne, noch einen feucht-fröhlichen Sonntag euch allen da draußen an den Monitoren!


Eure treulose Tomate, Charlotte de Cognac

Montag, 19. Mai 2008

Zwischen Hoffen und Harren

Manche Dinge müssen reifen. So auch meine Gedanken. Die letzten Wochen waren ziemlich anstrengend, bunt, nervenzehrend und voller Überraschungen. Guter und schlechter...
Meinem Papa geht es, wie es einem Leukämie-Patienten eben geht. Sehr schlecht, mal besser, voller Hoffnung und dann wieder Ungeduld. Fieber, Schüttelfrost, schlaflose Nächte gehören dazu. Die erste Chemo ist 2 Wochen vorbei, aber die Ärzte warten ab. Noch kämpft sein Körper gegen das ganze Gift, die bösen Zellen und wahrscheinlich auch die eigene Angst. Die Haare sind mittlerweile ausgefallen, sein Kopfkissen ähnelt mehr Ossis Hundekorb als einem Bett. Aber das sind alles Nebensächlichkeiten.
Wenn wir in besuchen, blüht er auf. Soweit man das in einem Krankenhaus kann, das eher einer DDR-Bettenburg mit verfaulten Fensterrahmen, Stahltüren und Gemeinschaftsklos für jeweils 4 Patienten ähnelt. Haus Z sage ich nur. Das allerletzte sozusagen inmitten eines ansonsten gut saniertem Friedrichstädter Klinikum in Dresden. Genesung fällt hier sicherlich schwer. Kaum Bilder an den Wänden, unmoderne Bäder, alte Betten.... Irgendwie ostalgisch alles.
Ich bete täglich für seine Gesundheit. Die Angst des Verlusts macht mich manchmal wahnsinnig. Vor allem in den Nächten. Wenn man plötzlich aufwacht und der Kopf anfängt zu arbeiten. In der blauen Stunde zwischen drei und vier...
Die Vorstellung, dass jemand plötzlich nicht mehr da ist, den man so sehr liebt, ist schwer zu ertragen.
Aber ansonsten läuft alles so wie immer. Vielleicht ist das auch gut so, man würde ja sonst in Depris verfallen. Und so dreht sich das Karussell weiter - zwischen Klitzekleinkunst, Naturbühne, Arbeit, Kind, Mann und Hund. Und Freunden....


Spruch des Tages auf meinem Schreibtisch:

"Du bist zu schnell gerannt für das Glück. Jetzt, wo du müde bist, holt es dich ein...."

(Friedrich Wilhelm Nietzsche)

Charlotte de Cognac

Dienstag, 29. April 2008

Hoffen


Dieses Jahr ist wie verhext. Eben ein Schaltjahr. Die Hiobsbotschaften häufen sich, alle möglichen Krankheiten sind am Ausbrechen. Man braucht ein dickes Fell, um alles zu ertragen. Nun hat es auch noch meinen Papa erwischt und es ist irgendwie schwer, darüber zu schreiben. Zumal mir selber die Worte fehlen für all die Angst, die man mit sich herum schleppt. Die Diagnose Blutkrebs war für uns alle erschütternd und ich will gar nicht an den Moment zurück denken, als meine Mama in der Tür stand und mit tränenerstickter Stimme meinte, ich sollte doch mal mit raus kommen. Kennt Ihr das Gefühl der Ohnmacht? Aber auch mit so viel Adrenalin im Blut, dass einem die Ohren beginnen zu rauschen....

Nun liegt er im Krankenhaus in Dresden und hängt an allen möglichen Schläuchen und Verkabelungen, denn die Chemo tropft unaufhörlich durch seinen Körper. Er ist ganz tapfer und hat die ersten sieben Tage am Donnerstag überstanden. Dann heißt es hoffen und bangen, ob das Rückenmark von selber beginnt, zu arbeiten und vor allem sein geschwächter Körper alles übersteht. Dann geht es mit noch 3 mal sieben Tagen Cgemo weiter.
Das Gute an allem ist, dass er ein stiller Kämpfer ist, der uns Kindern oder seiner Frau nie zeigen wird, dass er Angst hat. Dabei könnte er es doch ruhig. Wie will man all den Schmerz und die Angst allein überstehen?
Unser Vater-Tochter-Verhältnis ist zwar ein gutes, aber an Innigkeit hat es da immer etwas gefehlt, will heißen, da sind einfach so ein paar Berührungsängste da. Ich muss das die kommenden Wochen irgendwie schaffen, ihn zu knacken. Es gibt so vieles, was ich noch mit ihm erleben möchte....
Drückt also alle fest die Daumen und schickt vielleicht ein kleines Gebet auf die Reise. Wie vergänglich wir sind, habe ich den letzten Wochen so oft erfahren müssen. Doch noch lebt die Hoffnung und wir in ihr.
Also, nicht unterkriegen lassen!

Charlotte de Cognac

Sonntag, 20. April 2008

Feste feiern


Man sollte die Feste feiern, wie sie fallen. Wir haben es am Sonnabend wieder mal getan. Und die Bude wurde voll. Es ist schön zu sehen, wie viele Freunde man so hat, und wie das bunt gemischte Häufchen sich doch jedes Mal wieder von vorn annähert. Mit 35 Leuten waren wir jedenfalls gut ausgebucht und die Tische bogen sich unter der Last des Alkohols und der netten Leckereien, die die Gäste so mitgebracht haten. Unsere Mitbringpartys sind ja mittlerweile legendär und ich finde, dass damit jeder mehr gefordert ist, als wenn er nur einen Zehner für einen Gutschein oder sonst was hinblättern müsste. So steht man doch vorher in der Küche und macht sich Gedanken - was dem anderen denn so schmecken könnte, wie es gelingt, ob alles reicht. Und der jeweilige Gastgeber kann sich einen Fetten machen und seinen Geburtstag so richtig genießen. Ne schöne Erfindung - da dürfen wir uns nochmals selber auf die Schulter klopfen für die Idee...
Nun ist das Wochenende schon wieder vorbei und die nächsten Partys stehen in den Startlöchern. Nochmals an alle ein riesiges Dankeschön für die Mühe und dass ihr so seid, wie ihr seid. Auf noch viele schöne Feste in unserem Kreis...

Charlotte de Cognac

Donnerstag, 17. April 2008

Träume


Ein ereignisreicher Tag neigt sich dem Ende zu. Die letzten Wochen auf Arbeit haben einiges umgestürzt. Meine Lieblingskollegin wird Ende April versetzt, olle Kärbsch ist in einen 5(!)-wöchigen Urlaub gegangen und ich werde bald allein in meinem Zimmer sitzen. Ständig geht es ums Sparen und Umstülpen. In erstem Fall ist das traurig, im zweiten nicht so sehr. Und etwas Ruhe beim Schreiben hat ja noch niemanden geschadet...
Zwischen Teichwirtschaft und Stadtarchiv gräbelt man im Lokaljournalismus so vor sich hin. Im immerhin zehnten Jahr schon. Und die Geschichten sind immer schwieriger aufzuspüren, viele ähneln sich im Jahresverlauf, so dass man manchmal gar nicht mehr weiß, ob man die selbe Überschrift schon vor 5 Jahren gebraucht hat. Manchmal bin ich ganz schön müde.
Und tüftle schon an Ideen, was ich aus meinem Leben noch so alles machen wöllte. Oh - da fällt mir einiges ein, aber das muss wohl bedacht sein. Bücher müssten geschrieben, weitere Kulturangebote kreiert werden. Die City könnte das ein oder andere Einkaufshighlight vertragen...An dieser Stelle kann ich freilich nicht weiter spinnen, weil sonst die halbe Stadt schon von meinen spinnerten Gedanken weiß und mich dann dauernd fragt, wann es denn endlich soweit wäre.
Auf jeden Fall hoffe ich nicht, dass es das schon gewesen ist. Das Stehenbleiben auf einem Fleck ist wirklich nichts für mich. Und wenn ich mich schon entschieden habe, in dieser Kleinstadt zu bleiben, dann wenigstens mit ein paar Träumen im Gepäck.
In dem Sinne grüße ich alle, die noch was zum Träumen haben.

Und freue mich an dieser Stelle auf mehr!

Charlotte de Cognac

Mittwoch, 16. April 2008


Ich weiß, ich hab's versprochen. Aber das Fleisch war schwach... und lag lieber vor dem Fernsehen rum... Sorry!

Sonntag, 6. April 2008

Hoffnung


Guten Abend, Freunde an den Bildschirmen da draußen. Wieder neigt sich ein ereignisreiches Wochenende seinem Ende zu. Es hat sich einiges getan da draußen. Blütenkospen sind aufgebrochen, unser dicker Ossi hat wieder an die 1000 Haare verloren und Judith hat uns heute besucht. Das war ein glücklicher Moment und wir haben uns ganz toll gedrückt. Nach fast 4 Monaten Krankenhausaufenthalt und dem Kampf um Leben und Tod war es heute wie ein Wunder, als sie vor uns stand. Sie besuchte uns mit Birgit und dem kleinen Nachbarshund, der eine "Sie" war und unserem Ossi wunderbar anstand. Er verfolgte die kleine Susi durch Sträucher, Tische und unser Beine. Und wir verhedderten uns auf einem kleinen Spaziergang durchs Herrental und fließenden Regen mehr als einmal mit unseren Leinen. Noch etwas wackelig auf den Beinen und mit einer kleinen Gesichtslähmung, strahlte Judi trotzdem in die Welt und alles war irgendwie wie vorher. Und doch ganz anders. Natürlich will die Süße nun nach den Wochenend-Besuchen nicht mehr zur Reha nach Kreischa, aber sie muss noch zweieinhalb Monate durchhalten. Alles wird gut! Außerdem haben Oehls ihr ja am Krankenbett, in einem Moment, wo schon alles verloren schien, einen eigenen Hund versprochen. Und das hat sie sich freilich gemerkt. Wer könnte ihr diesen Wunsch nun noch abschlagen? Die Zeit der Irrungen und Wirrungen scheint vorbei. Ein mutmachendes Beispiel der Hoffnung für uns alle. Die Hoffnung, dass doch immer alles wieder gut werden kann, wenn das Glück und unsere Lieben uns hold sind. In diesem Sinne schicke ich ein Gebet nach oben und beginne einmal mehr zu glauben.... Charlotte de Conac

Samstag, 5. April 2008

Kompromisse


Das Leben ist voller Kompromisse. Auch wenn das nicht immer schön ist, muss man sie eingehen. Erst gestern wieder. Wie eine Sache geplant ist, läuft sie eben selten weiter. Und manchmal liegt das eben nur an den unplanbaren Menschen um einen herum. Kennen Sie das auch? Und so müssen gerade wir als Schauspieler ab und an ein bestehendes Stück kippen und stehen plötzlich "doppelberollt" auf den Brettern.
Kann man nix machen. Gottseidank sind wir Profis. Für alle Fälle auf alle Fälle.
Dazu noch ein kleiner Spruch:

Ein Kompromiss, das ist die Kunst,
einen Kuchen so zu teilen,
dass jeder glaubt,
er habe das größte Stück bekommen...


Charlotte de Cognac


Dienstag, 1. April 2008

April, April


Hat euch heute jemand in den April geschickt? Mich noch nicht, aber aus dem Alter ist man eben auch schon raus. Obwohl: Wenn ich es mir recht überlege...

Ich bin jedenfalls froh, dass dieser schreckliche lange März sich nicht noch länger und länger gezogen hat. 31 Tage mieses Wetter sind auch kaum zu ertragen. Nun geht es irgendwie vorwärts und seit der Zeitumstellung läuft auch alles schon viel besser. Man kann abends sogar schon mal mit Jacke auf Terrassien sitzen. Oh, wie ich mich nach dem Frühling sehne. Man ist es leid - das viele Grau, den mistigen Regen, die dicken Klamotten und unbequemen Schuhe...

Ich möchte mein Schlafzimmerfenster über Nacht wieder auf reißen und endlich die Geräusche der Pulsnitzer Straße wieder hören. Ich möchte Zigarettenrauch in das Licht der angestrahlten Kirche vor unserem Haus pusten und die Rotweingläser klirren lassen. Ich will Sterne gucken und früh im Morgengrauen bei Sonnenschein heim kommen.

Und was wollt Ihr?


Schön drüber nachdenken und in sich wirken lassen. Vorfreude ist die schönste Freude. Und das stimmt hundertpozentig!


Charlotte de Cognac

Sonntag, 30. März 2008

Gewellnesst


So, liebe Mitleser!
Ich bin mal wieder da. Ein paar Tage ist Charlotte de Cognac im Kurzurlaub gewesen - zum Wellnessen. Mit ein paar Freunden ging es nach Eibenstock in die Badegärten. Zum Saunieren, saufen und sau-wohl-fühlen.
Nun, frisch gestärkt und trotzdem etwas müde, kann es wieder auf zu neuen Taten gehen. Die drei Tage waren entspannend und das Lachen nahm kein Ende. Auch für die Zweisamkeit wirkt so etwas wie ein Wundermittel. Ich kann es nur allen empfehlen, deren Partnerschaftspflege etwas leidet. Da sind plötzlich ganz andere Gefühle im Spiel - locker-leichte, unverkrampfte...Wahrscheinlich weil man selber etwas aufweicht in den wohligen Dämpfen der Badezuber und russischen Saunen. Eibenstock ist also sehr zu empfehlen - in jeder Hinsicht!
Man gönnt sich so etwas viel zu selten. Irgendwie komme ich mir jetzt trotzdem fremd vor in meinen vier Wänden. Aber das wird sich spätestens morgen früh ändern, wenn der Alltag mich wieder hat.
Also: Auf in eine neue Woche. Mit viel Kraft und lang anhaltendem Lachen...

Charlotte de Cognac

Sonntag, 23. März 2008


Wenn Eier plötzlich marmorieren
und Plastehasen auf allen Vieren
sich durch des Gartens Büsche schleichen,
wenn unterm Schuh die Wege weichen.
Wenn es wie dieses Jahr nur spärlich wärmer wird,
dann meint das Langohr, dass es irrt.

Statt schön zu schlummern in seinem Bau,
setzt er auf Überstunden mit der Frau.
Und treibt die lieben Hasenkinder an,
dass Ostern trotzdem laufen kann.

Schon klingen fast die Weihnachtstöne wieder
und Schnee tanzt über die Terrasse.
Kein Mensch summt für sich Frühlingslieder
und Glühwein schwappt in mancher Tasse.

Und Meister Lampe zieht die Mütze tiefer
doch leider klemmt ein Ohr dazwischen .
"Dieses vermaledeite Ostern", rief er.
"hab ich nun endlich mal begriffen!"

"Am besten wär's, ich würde tauschen
mit meinem Kumpel Weihnachtsmann,
weil der mit seinem großen Schlitten
zu Ostern besser liefern kann."

Und Meister Lampe kommt dann im Dezember,
weil da ja meistens noch die Sonne lacht.
Und haut die Eier an die Tanne.
Oh du fröhliche Osternacht!

Charlotte de Cognac, Ostersonntag 2008

Donnerstag, 20. März 2008

Verraten


Verraten und verkauft. Das hat man Jesus doch.
Oh Gott, zu Ostern kommen einem die komischstenGedanken an. Hat mich schon mal jemand verraten und verkauft? Ich überlege schon den ganzen Tag über und mir fällt kein ganz triftiger Augenblick ein. Gottseidank! Vielmehr war ich es doch, die schon manches Mal jemand verraten hat. Aus besten Wissen heraus. Meistens waren es Männer - ich muss es mir eingestehen. Und manche von denen tragen heute noch die Narben davon. Dass mich vor allem der eine auch nach 12 Jahren Scheidung immer noch nicht auf der Straße grüßt, sei Zeugnis genug. Dabei sollen die Wunden doch heilen mit der Zeit....
Manche tun es aber nie. So viel ist mir mittlerweile klar.
Und so bin ich froh, dass ich nach langer Suche einen gefunden habe, der mich noch nicht verraten und verkauft hat. Der so ist, wie er ist. Und dem ich genau so gut bin, wie ich es eben kann.
Ostern - überall schlagen mir die wundervollen Filmwerbetrailer entgegen - King Kong, Harry Potter, Actionfilme ... Meine Güte, was hat das alles mit Ostern zu tun? Ich erkenne den Sinn nicht. Aber wir als konsumvergeigte Gesellschaft schauen eben trotzdem gespannt hin. Und glauben letztendlich noch, dass der Osterhase golden ist und ein Glöckchen am Hals trägt. Ich nehme mich da nicht raus...
Meine Freundin ist heute zum Abendmahl in die Kirche gegangen. Kurzzeitig habe ich abgewägt, ob ich sie begleiten soll. Aber solche schnöden Dinge, wie Eierfärben, Essenkochen und die Beine hoch legen haben mich letztendlich doch abgehalten. Obwohl die Kirche keine 2 Gehminuten von mir gewartet hätte.
Also grüble ich noch ein bisschen länger nach über das, was man Leben nennt. Und freue mich auf Ostern. Tut es einfach auch - es lohnt sich!


Charlotte de Cognac

Mittwoch, 19. März 2008

Schneegestöber


Osterwetter. Was soll man dazu sagen? Die Hoffnug stirbt zuletzt. Und auch wenn der dicke Ossi-Hund und ich heute früh fast den Abstieg vom Anger zum Herrental herunter gerutscht wären, hat das noch lange nix zu bedeuten. Graupel, Schneekristalle - alles hübsch anzusehen, aber weSchneegestöber.... Und das mitten im März. Kein Thema bewegt die Gemüter in Presse, Fernsehen und Radio in den letzten Tagen so sehr, wie das angekündigte beschissniger gut zu fühlen. Sagen wir es mal so: Am Karfeitag muss der Mist weg sein, oder zumindest einen Zwischenstopp einlegen. Denn der Karfreitag ist seit mehr als 10 Jahren traditioneller Wandertag bei Förschter-Lorenzens. Mittlerweile sind wir über 30 Leute, die die Wanderstiefel für einen Tag anlegen. Und so tun, als ob wir Profis sind. Na ja - der Rucksack beinhaltet weniger Wasser, Wanderkarte und Kompass, als viel mehr Alkohol, Alkohol und Alkohol (Oh je: manchmal komme ich mir hier schon wie im Forum der anonymen Alkoholiker vor...). Dementsprechend sind die Abstiege von irgendwelchen Keulenberg und Ankünfte in Gärten, Armenhäusern oder Kneipen. Vielleicht ist es in dem Falle dann doch eher egal, ob es am Freitag schneit, regnet, hagelt, graupelt oder sonnenscheint. Mit den Freunden zusammen sein, gute Gespräche haben, miteinander lachen - das zählt. Vor allem an so einem eigentlich traurigen-trüben Tag wie dem selbigen. Immerhin ist Er am Kreuz für uns gestorben. Was wir am Freitag Punkt 15 Uhr immer zu huldigen wissen übrigens.... In dem Sinne, einen letzten schönen Arbeitstag morgen und eine ebenso große Vorfreude auf das herzerfrischende Osterfest, auch wenn es mehr frisch als herzig werden sollte. Charlotte de Cognac

Sonntag, 16. März 2008

Bis Schwester Rabiata kommt...


Und da war es auch schon wieder vorbei. Ich glaube, man müsste nach dem Wochenende noch einen Tag frei haben, damit man sich halbwegs reaktivieren könnte. Dieses ständige Hin- und Hergerenne zu Feten, Geburtstagen, Proben, Theaterveranstaltungen macht einen fertig. Und dann noch der allgemeine Budenschwung-Trieb am Samstag. Nee, das macht einen alles ganz schön ferdsch.
Auch die letzten drei Tagen gingen wieder mächtig an die Substanz. Und die Leber ist nicht gerade entgiftet worden. Da sollte man sich doch lieber ein Vorbild an unserem Andreas nehmen. Der hat seine Süchte im Griff - momentan jedenfalls. Und scheint eine Ausgeburt an Lebenswillen und Leichtigkeit zu sein. Gut, einer Feder gleich schwebt er nun noch nicht durchs Leben, aber immerhin meidet er sein geliebtes Bier wie der Teufel das Weihwasser. Wer hätte das gedacht....
Ein bisschen mehr Selbstdisziplin stände mir sicherlich auch gut zu Gesicht. Doch woher nehmen? Und stellt euch mal eine Charlotte de Cognac, geborene Goldkrone, den ganzen Abend v0r einem Wasserglas vor? Im Wasser bumsen die Fische. Außerdem hätte ich ja einen guten Ruf zu verlieren. Also, was tut man nicht alles, um sein Image zu pflegen? Viel. Viel zu viel. In diesem konkreten Fall hieß meine Hingabe gestern Johannisbeere mit Genever, Sekt in rauen Mengen und zwischendurch ein eklig bitteres Bier (was hat mich nur geritten?) Vor allem die Zusammenstellung der Getränke sollte einem zu denken geben. Und dann dazwischen noch Wasser? Nee, das geht ja nun überhaupt nicht.... Ein bisschen Ehrgeiz müsste dennoch sein.
Nach den alkoholischen Exzessen der letzten 48 Stunden begebe ich mich nun in eine sicherlich wieder ziemlich unterbrochene Sonntagnacht. Ich mag diese Zwischenräume zwischen den Wochenenden überhaupt nicht. Man könnte sie sich wirklich sparen.

Gehen wir also in eine alkohollose Woche und zügeln unser Verlangen! Ostern steht ja vor der Tür, ein letztes bisschen Fasten wäre nicht schlecht. Dann dürfen wir ab Sonntag wieder zuschlagen - Halleluja!
In dem Sinne denke ich an alle, denen es ähnlich geht. Lasst uns verzichten und sei es auf die anstehende Arbeit.

Charlotte de Cognac



Freitag, 14. März 2008

Letzten Endes...


Finden Sie Freitage auch so spannend? Oder entspannend? Ich ja - es waren schon immer meine Lieblingstage in der Woche. Früher gab's an diesem Abenden ja auch noch die reguläre "Disse" bei Herbert in Jesau oder auf dem Thonberg. Da konnte man ja schon im Unterricht nicht mehr still sitzen und war ständig am Überlegen, was man des nächtens wieder so treiben wird. Im wahrsten Sinne des Wortes...
Ja, und heute? Da ist die Unruhe immer noch da. Auch wenn Herbert so gut wie zu hat und der Thonberg-Müller ... na ja - lassen wir das Thema.
Trotzdem vergeht kaum ein solcher Wochentag, ohne dass es mich heraus treibt. Ob mit oder ohne dem mir Zugemuteten. Wozu hat man schließlich Freundinnen? Unsere fetter Ossi-Hund kennt das schon. Wobei wir wieder bei dem Brietzel wären (oh je - wie schreibt man eigentlich Brietzel?!)
Egal. Sobald wir uns dann jedenfalls irgendwie beginnen, in Schale zu werfen, dümpelt er resigniert in seine Plastewanne ab und legt sich die weiß befellte Decke zurecht. Sie war früher mal magentafarben und ähnelt nun einem billigen Perverser, da der Hund gerade sein Winterfell abwirft und das schafft er meistens nur bis in den eigenen Korb. Dann beobachtet er auf stillem Posten das Treiben in der Küche, und zuckt kaum, wenn ich ihm zurufe: "So Ossi, pass fein auf, dass niemand geklaut wird!" Dabei könnte man bei unserem Wachhund sogar gelbe Panzer an der Terrassentür vorbei rollen, wenn der pennt. Aber lasst mal den Irish Setter von nebenan sich auf 500 Meter nähern. Dann kennt der Ossi keine Gnade und verbellt gleich das ganze Kamenzer Goldstaubviertel noch mit. So wird die Pulsnitzer nämlich von Insidern genannt. Woher das kommt, weiß ich nun überhaupt nicht. Die Häuser und Gehsteige an der Pulsnitzer ähneln nicht gerade den Villen auf manchen Gickelsbergen dieser Stadt. ...Aber - es wird schon seinen Grund haben!
Freitag also! Eine Art stiller Gebetstext für alle Wochenmüden, ein Gnadenstoß an die verblichenen 10.,11., 12. und 13. Märze. Wir leben noch und das ist alles was zählt. Gleich geht's auf die Piste. Wenn nichts mehr geht, gibt's immer noch die Klitzekleinkunst. Da kann ich sogar ein klitzekleines Bisschen jemand anders sein...Also: Ran an die Weingläser, Bierflaschen, weg von den Fernsehgeräten und runter vom Sofa. Das Schwitzehändchenspiel mit der Liebsten funktioniert morgen auch noch so gut wie heute. Übrigens soll es ein schöner Super-Frühlings-Sonnabend werden... Da gibt's heute Nacht bestimmt schön Sterne zu gucken. Freitag, Feiertag, Freudentag.

Charlotte de Cognac

Donnerstag, 13. März 2008

Der Sturm macht die Leute verrückt


"Der Sturm macht die Leute verrückt!" Dieser Ausspruch stammt von meiner Oma. Hilde, in Kamenzer Fachkreisen auch Ziegenhilde genannt, war früher ein wilder Feger und hat so einige Dinger gerissen in ihrem Leben. Nächsten Montag hat sie Geburtstag. Oder hätte, denn sie liegt schon seit sieben Jahren auf dem Just-Friedhof. Kinder, wie die Zeit vergeht. Der Gang zu unserer Familiengruft fällt bislang noch nicht schwer. Hilde war 84 und hatte ein erfülltes Leben. Wenn man das Einmischen in sämtliche Familienangelegenheiten meiner Eltern als zufriedenstellendes Hobby ansehen will.
Nein, Scherz beiseite: Die kleine Oma (sie reichte mir bis zur Schulter) war schon ein besonderes Kaliber. Aber das bin ich ja auch geworden. Also, wie kam ich auf sie? Ach ja - der Sturm macht die Leute verrückt! Das meinte sie nämlich immer, wenn ich mich als kleines Kind abends in mein kaltes Bette kuschelte und darum bat, dass irgend jemand das Fenster schließen könnte, weil die doofen riesigen Erlen hinterm Haus, auf Käbischs Gelände, wieder so unheilvoll vor sich hin rauschten. Aber Lüften ging vor. Und ich als Halbwüchsige brauchte schließlich den ganzen Sauerstoff, den man mir unbedingt über Nacht einfiltrieren wollte. Außerdem bewohnte Hilde bis zu meinem 12. Lebensjahr mein Kinderzimmer mit, will heißen, sie beschnarchte mich mit schöner Regelmäßigkeit und ließ auch sonst keine Woche vergehen, in der sie nicht mindestens einmal in wilden Traumfantastereien gefangen, um Hilfe schrie, weil sie wieder irgendein Tunichtgut packen wollte....
Ich griff dann in schöner Regelmäßigkeit und kindlicher Unschuld nur noch automatisch übers Bett und rüttelte sie. Meistens gab sie den Kampf mit dem bösen Räuber, Dieb, Lausbub, Vergewaltiger (was weiß ich denn, wer da ständig hinter ihr, der Hutbergköchin, her war) auf und schnorchelte gebissklappernd weiter. So Leute - das war meine Kindheit. Und da beschwert sich mein Sohn heute, dass ich gefälligst jedes Mal anzuklopfen hätte, wenn ich dem gnädigem Herren seine Puddings, Limos, Pizzas, Leckerlis und zur Not auch mal das Telefon in der miefigen "Hornzsche" vorbei bringe..... Ja, so ändern sich die Zeiten.
Doch zurück zum Sturm. Diese Nacht hat es wieder im Gebälk unseres Hauses geächzt, als ob die Elemente im Streit miteinander lägen. Und ich - derzeit sowieso öfters schlaflos und nicht vor 1 Uhr in den Müsiggang zu kriegen - hörte genau auf das, was mir Sturmtief Lara so alles zuflüstern wollte. Au Backe - da gehen einem plötzlich Gedanken durch den Kopf. Und neben einem schorchelt der Liebste vor sich hin, so dass man in immer kürzer werdenden Abständen liebevolle Kopfnüsse vergibt. Gottseidank weiß er es ja nächsten Morgen nicht mehr.
Und heute früh stürmte es seelenruhig weiter. Glücklicherweise ist unser Ossi-Hund ja ziemlich derb gebaut, so dass er mir nicht von der Leine flattern konnte, als wir unseren Rundgang durchs Herrental machten. Aber die wehenden Tannennadeln am Gestrüpp haben ihm sicherlich in den kleinen Arsch gestochen, als er sich zum Kacken positionierte. Als er dann noch eine ihm bekannte, ziemlich riesige Rottweilerhündin abschlecken wollte, machte die einen Satz nach vorn auf ihn zu, so dass er mit wehenden Ohren weiter rannte und mir dabei fast das Schultergelenk auskugelte.
Was sagt uns das - der Sturm macht nicht nur die Leute verrückt, sondern auch kleine Ossi-Hunde ziemlich größenwahnsinnig.

In dem Sinne, gut Sturm, haltet Eure Ohren in der Prise steif und euch auf dem Laufenden...

Charlotte de Cognac

Montag, 10. März 2008











Stille in meiner Seele,
Ruhe von diesem Tag.
Endlich der Gang zu den Sternen,
wo er auch hinführen mag.
Denn meine Ziele benennen
lasse ich sein - besser so.
Ist vielzuviel Ungesagtes,
macht mich nicht glücklich, noch froh.
Leben für mich und für andre,
Dasein für Freunde, für mich,
meistens nur Träume mit Tränen,
auch Strecken voll Zuversicht.
Räume für meine Rosen,
all das wär' Glück genug.
Muss es doch nur erkennen,
wo liegt der Schlüssel dazu?
Hab ihn verloren einstweilen,
geh Straßen ohne Sinn.
bis ich es wieder finde,
dieses Gefühl, wer ich bin....

(Wiedergefundene Lyrik - etwa 10 Jahre alt)

Sonntag, 9. März 2008

Alles neu macht der März...


Zwei Tage habe ich Luft heran gelassen an meine neuen Erfahrungen. Unsere Kleinkunstbühne ist nämlich umgezogen, am letzten Freitag feierten wir Neueröffnung in der Kamenzer Weindiele. Nachdem die bisherige Spielstätte, unsere geliebte Scheune, beräumt worden ist, haben wir also neu losgelegt. Und die Aufregung war doch größer, als ich vorher angenommen hatte. Da war ziemlich viel Adrenalin in meinen Adern am Freitagabend. Da braucht man nix zu essen und darf auch nicht von der Seite angesprochen werden. Das mit dem nix Essen hat sich dann nach der Vorstellung bei mir doch etwas negativ ausgewirkt, denn der Sekt geisterte mir noch am nächsten Morgen schmerzbringend durchs Hirn.
Doch man soll ja die Feste feiern, wie sie fallen. Und dieser Abend war schon etwas besonderes. So was wie ein Neuanfang und man war freilich gespannt, wie die Fans und Gäste das neue Domizil annehmen würden. Aber ich bin beruhigt, habe viele Gespräche geführt. Ein bisschen Selbstvertrauen gehört eben auch dazu. Doch nachdem die Anspannung nun abgefallen ist, spuken bereits neue Ideen im Köpfchen herum. Was man hier alles machen könnte... Bin gespannt und freue mich auf die Zuschauer. Nächste Woche stehen wir gleich zwei Mal auf der Bühne. Man gönnt sich ja sonst nix. Zu Hause sterben die meisten Leute.
Also, wer Lust auf die Klitzekleinkunst hat, sollte einfach mal vorbei kommen - wenn man noch Karten bekommt. Ich bin ganz schön stolz auf uns.

Charlotte de Cognac

Mittwoch, 5. März 2008


Meine Uhr zeigt an
wie meine Zeit verfliegt.
Jedes Kalenderblatt, das fällt,
bricht mit der Gegenwart
und heißt jetzt Vergangenheit.
Hätt' ich diese verlorenen Blätter nicht,
könnte ich aber im Heute nicht bestehen.
Du bist alles -
Vergangenheit, heute und morgen,
alles, was zählt....


Wiedergefundende Lyrik, die verstaubt in einem Schulheft wartete (etwa 2 Jahre alt)

Charlotte de Cognac

Sonntag, 2. März 2008


Guten Tag, liebes Leben.
Ein paar Tage war es ruhig auf den Seiten. Aber das musste ich leider meinen vielen Aktivitäten zuschreiben. Und Veränderungen. Wir sind ausgezogen aus unserer Klitzekeinkunst-Scheune. Die Freunde waren da, nochmal eine voll besetzte Zuschauerriege und es wurde natürlich spät - oder besser früh. Nach zwei Jahren haben wir ein bisschen aufgeräumt in unserem Leben. Das heißt, die Veränderung ist nicht aufzuhalten. Nun warten neue Herausforderungen auf uns und irgendwie überwiegt die Freude darauf. Vielleicht kommt es uns ja auch erst in einer ruhigen Minte in ein paar Wochen oder Monaten an, wenn wir plötzlich dastehen und uns sagen müssen "Ach so, wir haben ja gar keinen Schlüssel mehr für die Scheune! Sorry, wir müssen eine neue Location zum Feiern suchen."
Zurzeit jedenfalls ist alles im Aufbruch, am Dienstag kommen die Freunde und beräumen das Schlachtfeld. Es ist nicht viel zusammen gekommen in den 2 Jahren. Komisch - bei meinen 8 privaten Umzügen war das immer irgendwie anders. Als ich am Freitagabend das kleine Häufchen Geschirr in der Küche hab stehen sehen, wnderte es mich schon etwas. Der Rest an Möbel und Deko wird auch sicherlich schnell zu händeln sein.
Aber wir nehmen dafür einen riesigen Haufen an Erinnerungen mit und die kann man nicht einfach in einem Abstellraum unterbringen und sie vergessen.
Nun geht es mit voller Kraft auf neuen Kurs. Wir sind gespannt, am kommenden Freitag zur ersten Vorstellunge werde ich bestimmt das große Zittern bekommen, auch wenn die Aufführungen von "Männer & Frauen" bereits zum wiederholten Mal gut gelaufen sind.
Neue Umgebung, eine Bühne, auf der wir stehen werden. Ich habe Lust. Lust, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Wir bleiben ja trotzdem die Alten und wenn wir uns verändern, dann nur, um zu lernen...

Charlotte e Cognac


Donnerstag, 21. Februar 2008


Erfahrungen vererben sich nicht -
jeder muss sie allein machen.

Tucholsky (ganz deiner Meinung!)

Mittwoch, 20. Februar 2008

Mittwärts


Die Hälfte der Woche ist geschafft. Und ich sehne mich jetzt schon nach dem Wochenende. Seit dieses Schaltjahr begonnen hat, gibt es aus allen Richtung nur Hiobsbotschaften. Und die, die es schon einmal getroffen hat, trifft es ein zweites oder drittes Mal. Habe heute meinen Chef gefragt, ob sie denn in den letzten Monaten irgendwann einmal einen Spiegel zerschlagen haben. Die 7 Jahre Pech kämen dann vielleicht alle auf einen Haufen. Galgenhumor. Dabei sind die Schicksalsschläge so weit vom Ausdruck Pech entfernt, wie nur irgend etwas. Diesmal ist es seine große Tochter, die es getroffen hat. Nachdem sie die Pflege über Judi übernommen hat, klappte sie gestern plötzlich zusammen und man diagnostizierte einen Herzfehler. Wie viel Leid kann eine Familie tragen? Man steht so hilflos daneben. Dabei mache ich mir große Sorgen um ihn selbst. Helfen kann man dennoch nicht. Man scheint trotz aller Nähe hunderte Kilometer entfernt von seinen Sorgen. Dann immer diese doch unpersönliche Distanz auf der Arbeit.
Wenn ich das Beten behrrschen würde, könnte ich einen Schutzengel arrangieren. Doch woran glaube ich? Auf welche Wunder kann man bauen?
Die Angst um andere überträgt sich auf mein Alltagsdenken und ein bisschen keimt die Angst auf, was wäre, wenn es dir selber in Kürze passiert? Dass Freunde und Kinder, der Liebste oder die Eltern in ihrem Kampf scheitern? Ja, ich habe Angst - gebe es ehrlich zu. Manchmal verfolgt mich das Ganze in die Träume. Schlafe sowieso sehr schlecht in letzter Zeit. Könnte aber auch meine Schilddrüse sein. Ach, es gibt immer ein Ausrede - ich weiß! Und so schleife ich durch diese Woche, die trotz allem nicht die schlechteste ist. Meine Steuerrückzahlung ist weitaus beachtlicher. Aber was zählt schon der schnöde Mammon... Andere haben ihn nicht einmal. Und so schließe ich leise betend und dankbar, dass es uns so gut geht...

Charlotte de Cognac

Sonntag, 17. Februar 2008

Sonntagskind


Es ist Sonntag und ich habe mich treiben lassen. Nach der gestrigen äußerst kurzen Nacht war das aber auch nötig, will ich meinen. Wir hatten Freunde zu Gast und versuchten es nach was weiß ich wie viel hundert Jahren mit Fondue und Raclette. Die angestaubten Geräte dazu mussten wir ganz unten aus den Schränken kramen. Aber es war eine schöne Runde, auch wenn das Klima zwischen uns Weibern doch noch etwas unterkühlt war, nach dem vortägigen Aussprache-Marathon.
Ich sprach ja schon von den Narben, die überall bleiben.
Aber der Rotwein schmeckte letztendlich doch noch und es wurde halb 4, als ich mich ins Bett schlich.
Deswegen gibt es heute zwischen Sofa und Bad, Essentisch und Kühlschrank nicht allzu viel zu berichten. Auch solche Tage müssen sein... die kommende Woche wird stressig genug....

In diesem Zusammenhang ein Spruch zum Tage:

"Mit Mitteln von gestern gibt es kein morgen."

Charlotte de Cognac

Samstag, 16. Februar 2008

Ausgesprochen


Hatten gestern Abend unseren Frauen-Ausprache-Abend. Puuhhh - das war anstregend, aber auch irgendwie spannend. Und auch wenn sich sicherlich nicht jede alles von der Seele geredet hat, war es doch fruchtbar. Ich denke, für die anderen auch. Selbst wenn man zeitweise ganz schön schlucken musste. Aber so sind wir Frauen eben. Austeilen ist leicht, einstecken weniger....
Na gut, wir sieben haben es alle überlebt. Als Schauplatz echten Zickenterrors würde ich die illustre Runde nicht gerade benennen wollen. Am Ende trennten wir uns unentschieden und in alkoholisiertem Zustand. Der Wein machte einfach mutiger...
Und die paar Narben, die nun bleiben, muss jede für sich selbst verarbeiten. Wenn sie es überhaupt will. Ich finde Narben durchaus verwegen. Sie machen uns doch aus. Wieder eine mehr. Es wird mich nicht umbringen.
Allerdings merkte man schon, wem man etwas mehr bedeutet und wem nicht. Mir geht es ja ebenso, dass ich meine Freundschaft auch nicht minimös exakt zu gleichen Teilen auf alle verstreue. Gottseidank hat man ja die Wahl. Wie sollte das auch gehen?
Und so ist die Luft gereinigt und wir können das Experiment Frauen-Symposium ad acta legen.
Männer - ihr habt echt was verpasst! Worum es eigentlich im Genauen ging, dazu in weiteren Geschichten mehr. Das kann man gar nicht alles auf einmal verarbeiten.
Und noch eine gute Nachricht: Mein schniefender Liebster hat sich wieder halbwegs hoch gerappelt. Wahrscheinlich hat er doch gemerkt, dass mich das ewige Geschnupfe und Gehüstle langsam aus der Fassung brachte. Auch unser gemeinsames "Nachtleben" war bereits an der Stufe der Verkümmerung angelangt. Doch der Austausch tausender Bazillen bereitet mir dann eben doch weniger Lust, dafür Bauchweh. Wie gemein, ich weiß.
Die herum liegende Tonnen von Zellstofftaschentücher habe ich nun diskret entsorgt, und mit etwas Raumspray riecht es auch schon gar nicht mehr so wie im Altersheim und nach Hustensaft bei uns daheim. Wir probieren es heute Abend deswegen gleich mal mit Alkohol. Das entspannt bekanntlich und vernebelt die Sinne.

In diesem Sinne Prost!

Charlotte de Cognac

Mittwoch, 13. Februar 2008

Ferdsch!


Es geht wieder. Obwohl ich echt ferdsch bin. Das sächsisches Synonym für ko., betröppelt, mit dem Nerven am Ende gefällt mir besser, als alles andere. Die Stimmung ist jedenfalls aufgehellt. Von Grau in Blau. Der Tag war anstrengend, aber fair. Keine Vorkommnisse, keine großartigen schmerz bereitenden Kritiken. Das Grübeln im Kopf hat dennoch nicht aufgehört. Der Streit in unserer Frauenrunde macht mir zu schaffen. Es herrscht derzeit ein Klima, wie früher in der 6. Klasse nach dem Motto: "Die kann mich nicht leiden, die hat das über mich gesagt, den oder den will ich nicht dabei haben..." ich bin es leid und habe gleich mal ein paar klärende Gespräche geführt. Man müsste viel öfters die Meinng klar artikulieren. Bin da manchmal auch eine von den Feigen: Ja keine Konflikte. Doch oft geht es so ja auch nicht. Mit den Freundschaften ist es wie in der Liebe - ein gewitter reinigt die Luft. Hoffe, dass das die andern auch so sehen.Es wäre schade drum.
Dafür geht es der Tochter meines Chefs wieder besser. Nach einer schweren Hirn-OP hat das Mädchen echt zu leiden und nachdem Frank es nach fast 4 Wochen schwierigen und aufopferungsvollen Wochen wieder in den Arbeitsalltag schaffen wollte, während sie zur Reha überwiesen wurde, musste er gestern schon wieder abbrechen, weil sie hohes Fieber bekam. Die süße Judi ist eine Kämpferin, aber wie schwer kann ein elfjähriges Mädchen tragen?
Die halbe Stadt fiebert mit der Familie mit, sie ist dem Tod sozusagen kürzlich erst von der Schippe gesprungen. Bei jedem Grad Fieber zuckt die habe Kleinstadtnation zusammen und drückt automatisch auf alle zur Verfügung stehenden Daumen. Aber heute gab es Entwarnung und auch in der Redaktion atmeten wir auf. Frank ist ein guter Chef, obwohl er in den letzten Wochen um 10 Jahre gealtert scheint. Ist halt der Lieblingspapa von Judith. Sie ist nicht nur in einer Hinsicht gesegnet. Hoffen wir also weiter. Und ertragen unsere eigenen kleinen Probleme mann bzw. frauhaft. Ein Lieblingsspruch der letzten Zeit von mir: Es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Leider macht Hunger böse und allzu lange will man nie auf Abkühlung warten. In dem Sinne - es ist Mittwoch.

Charlotte de Cognac

Dienstag, 12. Februar 2008

Nebeltag


Hallo. Dieser Tag war von Anfang an ein trüber. Er begann gegen 7.15 Uhr, als der Wecker mit einem fürchterlichen Radioprogramm vor sich hin schrie. Und mein Liebster neben mir einen langen Schniefer von sich gab, um seinen krank geschriebenen Körper noch einmal genüsslich zu wenden. Die Jaloussie im Schlafzimmer ließ nur wenig Licht herein. Wie auch, es gab selbst draußen vor der Tür nicht viel mehr davon. Dienstag. Ein nichts sagender Tag. Kein Beginn, kein Ende in Sicht. Nicht mal die Mitte greifbar.
Und es wurde nicht besser. An manchen Tagen denkst du ja gleich: Das wird nix heute. So ein Tag war das. Unangenehme Außentermine, triste Bürgermeisterzimmer auf dem Land. Nicht mal ein gescheites Mittagessen gab es. Keine Zeit, dann doch zwischendurch ein paar Äpfel und Apfelsinen rein geschoben - wegen dem schlechten Gewissen, das einem im sitzenden Alltag so packt. Schließlich noch die erlösenden Süßigkeiten. Und mit den zu schreibenden Zeilen wurde es auch nicht besser.
Ich hatte ein echt schwieriges Thema im Block Ein geistig behinderter 20-Jähriger, der von der hiesigen Behindertenwerkstatt wahrlich art gebeutelt worden ist. So erzählten es jedenfalls die engagierten Eltern. Die Begegnung im ihrem Hause war warm und herzlich und hinterließ Spuren bei mir. Der kaum sprachfähige junge Mann, gefangen in seiner wundervollen Welt... Mit Tönen, die an einen Kindercomic erinnerten. Wie er zwischendurch mit dem großen Bruder, einem Studenten, telefonierte, sich freute, die Mouse am Computer hin und her schob und eifrig auf den Ottoversandseiten rum hämmerte, als gelte es eine Doktorarbeit zu schreiben. Daneben die geduldige Mutter, die mit aller Liebe und voller Wut im Bauch die Probleme mit den Behörden erörterte. Die jüngere Schwester, kaum 12 Jahre alt, wie sie mit dem Hauskater auf dem Arm dazu kam und neugierig das Geschehen verfolgte. Eindrücke, die wohl bleiben.
Was schreibt man da richtig in 130 Zeilen? Wie neutral bleibt man dabei? Ich habe, denke ich, kurzzeitig die Grenzen überschritten. Nicht gut für Zeitungsarbeit. Aber am Ende befriedigend für mich. Könnte sein, morgen hageln die Kritiken seitens der Werkstatt. Ich bin eh nicht da - wieder Außentermine. Unliebsame, komische. Und gleich drei an der Zahl. Wenigstens ist die Mitte der Woche dann geschafft.
Die aufreibende Geschichten mit meinem Frauenstammtisch hebe ich mir für eine extra Geschichte auf. Zu viel an Emotionen am heutigen Tag. Es ist spät, für manche Sachen auf einmal jedenfalls. Die spinnen doch, die Weiber!

Charlotte de Cognac


Montag, 11. Februar 2008

Angekommen


Was sagt man denn so zur Begrüßung? Bon Soir? Guten Abend? Hallo Leute? Vielleicht von allem etwas? Ich bin jedenfalls da. Auf Sendung, wie man so schön sagt. Und irgendwie angekommen dadurch. Ich, Charlotte de Cognac, geborene Goldkrone. Ein Mädchen - nicht spät und auch nicht zu früh. Eine sächsische Kleinstadtpflanze eben, die genau diesen Mief hier mag und ohne dem nicht gern leben kann.
Ich könnte es. Oh ja - ich könnte es... Ich habe es oft genug durch geträumt. Aber der Sturm des Lebens hat mich eben nicht hinaus getragen. Und wenn, dann nur für ein paar Jahre. Mit Bumerang-Qualität sozusagen. Deswegen habe ich mich dagegen entschieden, wegzuziehen. Und man wird es nicht glauben: Mein Leben hier ist total ok so, wie es ist.
Tagsüber schreibe ich bei einer großen Zeitung dieses Landes, übe mich in der Verzweiflung einer geplagten Mutter eines pubertierenden Teenagers und nachts...nun, du meine Güte. Da singe ich manchmal, stehe auf den Bühnen der Provinz, schlüpfe in Rollen, die ich mir meist selber ausgedacht habe. Ich erotisiere, sinniere, lache, weine oder mache Krach, steuere Menschen, organisiere, verplane die Zeit und mache dabei auch Fehler. Manchmal genau i
n dieser Reihenfolge. Dann kommen die Wochenenden auf einer Naturbühne, die sommerlichen Stadtführungen im Mittelaltergewand..
Oder ich genieße meine vielen Freunde. Hier ist übrigens überwiegend von Damen die Rede, meine Herren! Viele, die mich kennen meinen: "Sag mal, wie schafft du das alles? Ich würde umkippen, wenn ich dein Pensum leben müsste!" Doch das alles wirft eine Charlotte de Cognac, geborene Goldkrone, beiweitem nicht um.
Dafür habe ich im Gegensatz zu den anderen Landpommeranzen nämlich 1000 Geschichten zu erzählen, die ich unbedingt los werden möchte. Vielleicht ist hier der richtige Ort dafür. Ich bin total gespannt darauf. Morgen geht es los. Ja, morgen geht mein neues virtuelles Leben los. Versprochen!

Charlotte de Cognac